Vortrag Böhmen in Berlin - Spuren im Stadtgebiet
Ein Vortrag von Bettina Güldner, Lehrbeauftragte und Ausstellungskuratorin.
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©ZLB | Stefan Melchior
Berliner Stadtbibliothek | Berlin-Saal
Allgemeine Infos
Es gibt urbane Besonderheiten in Berlin, die sind mit der städtebaulichen Entwicklung und der Gesellschaftsgeschichte der Stadt so verwachsen, dass sie eigentlich keiner Rede mehr bedürfen. Das gilt für die Böhmen, die im Nachklang der europäischen Religionskriege und der Gegenreformation Zuflucht in ihren Nachbarländern suchten und als evangelische Exulanten ab 1732 auch in Preußen bzw. Berlin Aufnahme fanden. Und sie gingen nicht wieder fort.
Heute werden ihre hier lebenden Nachfahren bis in die 14. Generation gezählt; merkt man das, wer weiß das überhaupt? Mit den umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen Mitte der Achtziger Jahre wurde das Kleinod Böhmisch-Rixdorf mitten in Neukölln wie ein Exotikum gehoben, publiziert und populär. Seit diesen 40 Jahren haben sich die Betrachtungen auf die Stadtgeschichte Berlins derart verschoben, daß es lohnt, gerade den vielen Neuberlinern solche Auswirkungen von kultureller Migration näher zu bringen.
Es wird also weniger um die Auslese neuer Dokumente gehen, als um eine topografische Untersuchung. Und man berührt damit die Fragen Europas.
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